Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie ist ein jahrtausendaltes Behandlungsverfahren, das sich bei zahlreichen Krankheiten bewährt hat. Zu manchen Zeiten galt sie sogar als eine der wichtigsten Methoden überhaupt. Die Gesamtwirkung der Blutegeltherapie ist auf den Blutverlust und die spezifischen Blutegelwirkstoffe zurückzuführen. So produziert der Egel in seinen Halsdrüsen den gerinnungshemmenden Stoff Hirudin , der auch lympfstrombeschleunigend, antithrombotisch, immunisierend und durch lokale Gefäßerweiterung gefäßkrampflösend wirkt. Andere Blutegelwirkstoffe haben durchblutungsfördernde Eigenschaften.

Durch den Blutverlust(ca.10ml) und die mehrere Stunden andauernde Nachblutung (ca.20-40ml) durch das Hirudin entspricht die Wirkung der eines sehr sanften und langsamen Aderlasses(zum Vergleich beträgt der Blutverlust bei einer Blutspende ca. 500ml)
Sie wirkt entstauend, blutverdünnend, entzündungshemmend und leitet Toxine und Stoffwechselabbauprodukte aus. Bei der Behandlung werden 2-12 Egel verwendet, je nach Indikation.

Der Egel wird in eine vorn abgeschnittene Spritze gegeben und mit dem Kopf direkt auf die Bißstelle gesetzt; der Biß wird vom Patienten als kleiner Stich wahrgenommen.

Nach ca. 1-2 Stunden fallen die Egel von selbst ab, dann beginnt die Nachblutung, die ca. 12-24 Stunden anhalten kann. Diese Nachblutung ist die eigentliche Therapie, die nicht unterbrochen werden sollte, weil jetzt die Toxine und Stoffwechselabbauprodukte ausgeschieden werden.
Nach dem Abfallen der Egel wird ein lockerer Verband angelegt um das ausschwemmende Blut aufzufangen.


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